|
Nachdem sich Valuid mit einem Tag Lahmheit erfolgreich vor dem CEI 120 km in Berlin gedrückt hatte, mußte eine Alternative her. Ein Blick auf den Kalender zeigte schnell, dass alles außer Ermelo schwierig und vor allem noch teurer und aufwendiger wäre.
Den zusätzlichen Stern braucht Valu für den 3-Tages-Ritt Bratislava-Budapest, eine Neuauflage des legendären Rittes Wien-Budapest. Diesmal als Riesenevent, als CEI ***.
Wir wollen dort nur ankommen Alles, was ich bisher über diesen Ritt in Erfahrung bringen konnte sagte mir, dass dieser Ritt wie geschaffen wäre für Valuid. Die Krönung seiner Karriere, sozusagen. Natürlich hinter den anderen Startern her reitend, dafür aber mit mehr Erfahrung auf Mehrtagesritten.
Wenn doch nicht dieser fehlende Stern gewesen wäre, den wir uns nur auf internationalen 120 km holen konnten.
Ok, dann also Ermelo. Da wissen wir, was uns erwartet. Valu hatten wir wegen
diesem einen Tag unerklärlicher Lahmheit nur vorsichtig geritten, der Trainingszustand deshalb nicht ganz so gut, wie ich es mir gewünscht hätte.
Macht nichts, wir gehen halt sehr vorsichtig und machen unser Ding.
Die Wetterprognosen sahen nicht mehr so gut aus. Es sollte heiß werden.
Ich saß noch nicht mal auf dem Pferd und spürte schon meinen Kreislauf. Es war 7 Uhr und schon warm. Kann ja lustig werden. Als der Rest gestartet war, reite ich dann auch mal los. Den Blicken nach zu folgen macht das sonst in NL niemand. Die Hundertemeiler kommen uns entgegen.
Valu trinkt recht bald artig bei Ina. Bald erreichen wir die ersten Tore: absitzen, aufmachen, zumachen, aufsitzen. Valu macht einen tollen Job, läuft wie von der Schnur gezogen ziemlich genau 15 km/h. Nach 35 km sind wir wieder am Platz, unser Pausenpaddock fast in der Einflugschneise zum Vet Gate. Nach 8 Minuten ist er stabil im Puls.
Wir erwischen die TA der VU, Ina sprintet, alles gut. Viel zu kurze 30 Minuten Pause sind viel zu schnell vorbei, es folgt eine 30 km- Runde. Die müssen wir zum Schluss noch mal. Sie führt die ersten 10 km durch die Sonne.
Nach einer Stunde schau ich auf die Karte, um mir zu merken, wo ich jetzt bin. Wieder exakt 15 km/h, 7 Minuten und ab zum TA.
Wir haben jetzt 40 Minuten Puffer bis zur Höchstzeit. Was sonst passiert, bekomme ich nicht mit. Der Pausenplatz ist in der Sonne, wir dürfen etwas in den Schatten zu unseren Nachbarn rutschen. Immer wieder kommt Wind auf und weht Pavillons über den Platz. Wir trauen uns deshalb nicht, unseren aufzubauen.
Die dritte Runde ist die Abkürzung der ersten. Kühlere Wälder. Valu läuft sein Te mpo, trinkt, frißt. Demotivierend der Gegenverkehr auf der Strecke. So sehen wir zwar, was auf den 160 vorne passiert, aber kein Einziger reitet in unsere Richtung. Valu ist tapfer. Wir kommen ins Gate: Huch, 12 km/h. Wo ist die Zeit geblieben? Wieder etwa 8 Minuten, bis Valu stabil ist. Valu frißt, wir haben den Pulsmesser dran. Immer so um 50, trotz Essen.
Das Pferd gegenüber bekommt plötzlich eine Kolik, liegt auf dem Platz. Sie kippen Wasser, ich sprinte zu den Tas, um Hilfe zu holen. Irgendwie hatten sie das Pferd hoch bugsiert und schaffen es ins Vet-Zelt. Valu trinkt super, ich auch insgesamt 5 Liter auf 120km... Das Vet Gate wird zunehmend leerer, der Wind weniger, die Sonne stechender.
Valu muss zum Re-Ex. Wir nehmen ihm das Futter weg, der Puls geht nach oben, er ist sauer. Es waren zu wenig Pausen, er hat Hunger. Verlängern geht nicht, die Zeit drückt. Valu ist zickig und der Puls nicht ganz so, wie er sein sollte. Kaum entspannt er etwas, fällt der Puls auch wieder und wir gehen mit 48 ins Gate.
Die TA ist unsicher, sagt er wäre müde. Nach 90 km in Knallsonne bei 30 Grad kein Wunder. TA ist unsicher, holt einen 3er-Entscheid, der wohl aber eindeutig ist. Wir haben jetzt noch 3 Stunden für schwierige 30 km.
Schon wieder schaffe ich es nicht ganz pünktlich aus dem Gate. Ich reite wieder im Schritt los, versuche mich leise der Straße zu nähern. Keine Chance, die Straßenposten entdecken mich sofort und stoppen den Verkehr. Wir müssen da jetzt durch, die halt auch. 8 x müssen wir über diese Straße und 8 x bitte ich den Streckenposten um etwas mehr Gemach sie meinen es einfach zu gut.
Die Strecke ist jetzt mörderisch, man muss sie reiten. Uneben, mal tiefer, mal fest. Wurzeln. Und alles in der brennenden Sonne. Gnadenlos, ich japse nach Luft und habe ein schlechtes Gewissen Valu gegenüber. Im Wald dann endlich ein bißchen Schatten. Endlos ziehendes Zickzack, wurzelig. Wie kann man das als letzte Runde nehmen? Bei rund 100 km ist Valu sehr müde. Mit Blick auf die Uhr reiten wir im Schritt weiter. Am liebsten würde ich jetzt einfach nur eine Stunde führen, das geht aber nicht. Die Zeit. Also wechsel ich ab: Schritt und immer wieder etwas langsamen Trab. Artig trabt Valu auf Stimme an. Ina und ich besprechen, dass wir am Wendepunkt aufhören, wenn er sich nicht fängt oder die Zeit zu knapp wird.
Als ich den Weg erreiche, wo ich letztes Mal auf die Uhr sah, sieht die Zeit gut aus wir können es schaffen.
Als hätte Valu das gehört, hat er seinen Tiefpunkt überwunden. Es geht ein Ruck durchs Pferd und er zieht wieder an. Ich muss ihn bremsen. Soooo schnell bitte auch wieder nicht. Ich weiß, wir haben noch ein Tor. Ich trabe darauf zu und traue meinen Augen nicht: Der Tross von Startnummer 10 hält es auf. Ich bedanke mich hysterisch.
Die letzten 1-2 km gehen wir Schritt für ein erstes Cool-Down. Vorher schon das Trabtempo reduziert. Ich habe Bedenken, dass er sonst bei gefühlten 48 Grad nicht runter kommt mit dem Puls.
Die Ausfälle halten sich die Waage: etwa die Hälfte fliegt aus metabolischen Gründen raus. Erst 300 m vor der Ziellinie traben wir wieder an. Trotz aller Bedenken sind wir 33 Minuten unter der Zeit geblieben.
Wir kühlen, Ina hatte vorher extra noch kaltes Wasser aus dem Stall geholt, weil alles, was auf dem Platz stand, Badewannentemperatur hat. Valu fühlt sich nicht mehr heiß an, kühlen macht keinen Sinn mehr. Valuid ist stinksauer, weil er Hunger hat und wir ihn jetzt nicht mehr essen lassen. Wir halten ihn gaaaanz vorsichtig in Bewegung, parken ihn schließlich in der Nähe des Eingangs. Volles Risiko, das kann im Gang schief gehen. An eindecken ist gar nicht zu denken. Die Strategie geht auf, sein Ärger weicht der Müdigkeit und er beginnt zu dösen. Der Puls purzelt und bleibt stabil unten. Nach 26 (!) Minuten gehen wir zur NU. Ina sprintet ein letztes Mal, Valu eiert wie immer weg, trabt sehr schön zurück. Kann alles passieren, 2 der 3 Tas haben ihn bisher noch nicht laufen sehen. Die TA untersucht zuende, Ground Jury zückt die Zettel und drückt mir die Hand Congratuliation! Ich kanns nicht fassen. Wir haben es echt geschafft?
Hysterisch freuen wir uns wie zwei Schneekönige. Valuid hat die Faxen dicke und möchte bitte nur noch seine Ruhe. Das sagt er so deutlich, dass die Zuschauer am Gatter zurück weichen. Er kann ja schon gefährlich schauen...;-)
Ein großartiges Pferd! Ohne eine Macke, glänzend, rund, bei diesem Wetter! Er hat einen unglaublichen Job gemacht und ist mutterseelenallein 120 km durch die holländische Wüste gelaufen. Hat eine neue kleine holländische Fangemeinde gewonnen.
Von 11 Startern auf dem CEI** bleiben 6 in der Wertung. Für den 6. Platz und 275 Euro bekommen wir eine lila Schleife und einen Händedruck. Macht nix.
Denn viel wichtiger: einen STERN für Valuid!
Florian Hörmann hatte Pech - trotzdem ist es gut gelaufen!
der Dressur liefen die Pferde sehr gut und wir haben die Klasse S AufgabeIm Gelände waren die Bedingungen aufgrund des Untergrundes sehr schwierig. Drei Bestzeiten bis zum Hindernis 6 waren zu erreichen, doch am Hindernis 6 kam ein Pfosten zwischen die Pferde und ich konnte leider nZum Glück blieben alle unverletzt, aber leider kamen wir damit nicht in der koDas Hindernisfahren am SonnSchlussendlich ein sehr erfolgreiches Turnier, das leider aufgrund eines Missgeschickes nicht zum Meistertitel Nun erhalten meine Pferde eine Auszeit zum rAls Saisonziel 2012 steht an, wieder an großen internationalen Turnieren in Europa teilzunehmen.
Erfolgreiche Saison
für Wiebke Angelbeck
Bernhard mit Rio 126 km Platz 1
April 2011 CEI Gartow:
Wiebke mit Dont Touch CEI* 90 km
Platz 23
Bernhard mit Rio CEI** 120 km Platz 9
Mai 2011 CEI Sommant, Frankreich - Sichtungsritt für die EM in Florac:
Bernhard und Rio CEI*** 160 km
Platz 5 oder 6
Juni 2011 Stuck-Distanz:
Wiebke mit Dont Touch 120 km Platz 1
Bernhard mit Nico (19 Jahre)
84 km Platz 7
Juni 2011 Nörthen Hardenberg:
Wiebke mit Djaina/Püppi CEI* 80 km Platz 3 und Best Condition
Juli 2011 Globetrotter-Luhmühlen Challenge:
Bernhard mit Dont Touch 68 km Platz 9
Juli 2011 CEI Mikulov, Tschechien
Wiebke mit Dont Touch CEI**
120 km Platz 1
Bernhard mit Djaina (Püppi) CEI**
120 km Platz 2
R io, Don´t Touch, Djaina (Püppi) und Nico bekommen je nach Arbeiten zwischen 500 gr. (normales Training) bis 2.000 gr. (schweres Training/vor bzw. vor und auf dem Rennen) Heiro plus ca. 40 gr. Mineralfutter (eQuentum Mineral oder auch Ismo-Plus-M) sowie zwischen 300 gr. und 1.000 gr. Hafer ebenso an die Arbeit/Leistung angepasst. An dem Ritttag (160 km) können es auch schon mal bis zu 2.000 gr. Hafer werden.
In den Ruhephasen/Trainingspausen bekommen sie nichts außer Wiese und Heu.
Tahar bekommt bei seiner wenigen Arbeit zwischen 800 gr. und 1.200 gr. Heiro plus ca. 500 gr. bis 1.200 gr. Prima Pellets um seine Figur zu halten. Weiter bekommt Tahar - wg. seiner schlechten Rückenmuskulatur das Vitamin E und teilweise Magnesium.
Die nächste Vitamin E Ration werde ich Bernhard für Don´t Touch und Rio mitgeben, die können das derzeit noch besser gebrauchen. Wobei wir wenn das mit Bratislava Budapest alles so klappt Anfang September die Futterration erhöhen werden und Rio, Püppi und Don´t Touch zusätzlich mit Vitamin E versorgen wollen. Dies ist übrigens u. a. eine Empfehlung von dem neuen Distanz-Kader-Trainier drei bis vier Wochen vor einem Ritten die Pferde ausreichend mit Vitamin E zu versorgen.
Was für ein Trip, wir sind über Nacht von Donnerstag auf Freitag nach Mikulov gereist, sind am Samstag die 120 km geritten, statt wie angekündigt flach und sandig war das Geläuf bergig und lehmig, ... und am Sonntagmittag ging es wieder Heim, ...
Wir hatten Uta und Frauke als Trosser dabei und das war PERFEKT! Dieses WE fahre ich mal wieder nach Eisborn um mit Rio und Nico dort zwei Trainings zu reiten. Am 20.08. wollen wir noch in der Griesen Gegend auf dem Ritt meiner Eltern in Stuck 62 km mit Nico, Püppi und Dont Touch reiten. Für Püppi und Dont Touch soll es ein Trainingritt für den CEI*** Bratislava - Budapest (22.-25.09.2011 - in drei Reittagen) sein, ... Das war das Saisonziel für Püppi und Dont Touch, ...
Für Rio und Bernhard gibt es am 13.08.2011 noch ein letztes Kader-Galopptraining in Gothar, dort gibt es dann hoffentlich das OK für die EM in Florac am 10.09.2011. Wenn alles klappt, dann brechen wir bereits am 04.09. in Richtung Frankreich auf, damit Rio ausreichend Zeit zum akklimatisieren hat. Am 11.09. wären wir dann wieder zu Hause und am 20.09. würde es schon wieder Richtung Budapest gehen.
Kasaar, mein Kleiner, ist jetzt im dritten Monat bei Ina zu Vorschule. Anfang September werde ich Kasaar wieder mit ins Sauerland nehmen, wo er dann noch mal in der Jungsherde bis zum kommenden Sommer Wildpferd sein darf.
Was unsere Veranstaltungen angeht waren wir sowohl bei der Stuck-Distanz, wie auch in Luhmühlen gut aufgestellt. In der Griesen Gegend am 20.08. finden dann dort noch die Fahrermeisterschaft über 84 km sowie die Jungpferdechampionate über 62 km für 6-jährige und 90 km für 7-jährige statt.

|
|
|