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Mit Familienanschluss
Bei „Mutti und Vati Hauschild“ (so wird das Ehepaar Hauschild von vielen Einstellern liebevoll genannt) fühlen sich Menschen mit Pferden besonders wohl, die eine unkonventionelle Lebensart zu schätzen wissen. Es ist auf diesem Hof alles etwas anders als anderswo. Nicht nur, dass sich dort die Pferdeherde mit riesigen Vögeln die Weide teilt.
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Schatz: Wenn die Natur sich „umzu“ auch noch grau in grau zeigt, bei Ihnen geht es bunt zu.
I. Hauschild: Das stimmt. Inzwischen sind wir wirklich eine bunte Truppe von Freizeitreitern geworden. |
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Den größten Anteil machen die Werternreiter aus, Islandpferde und auch ein paar klassische Reiter trifft man auf unseren Plätzen oder bei gemeinsamen Ausritten nebeneinander an. Nicht zu vergessen, die pädagogische Arbeit mit verhaltensauffälligen Kindern und Bodenarbeit, bis hin zur Freizeitdressur runden das Bild unseres Hofes ab. Über diese Entwicklung sind wir glücklich.
Schatz: Das war nicht abzusehen?
I. Hauschild: So sicher nicht. 1948 haben sich meine Eltern hier angesiedelt und einen Landwirtschaftlichen Betrieb aufgebaut, den ich dann 1981 übernommen habe. Hier standen zur Hauptsache „Schwarztbunte“ und einige Schweine auf dem Hof. Es ist ja kein Geheimnis, dass es für viele kleine Landwirte immer schwieriger wurde, von der Milchwirtschaft zu leben und auch wir wurden schrittweise in die Entscheidung gedrängt einen Großbetrieb mit enormer Verschuldung zu riskieren.
Schatz: Ein Wagnis das Sie nicht eingehen wollten? |
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| B. Hauschild: Nein, das wollten wir uns und unserem Sohn nicht zumuten. Ein erster „Pferdekontakt“ war entstanden, als unser Friseur nachgefragte, ob er sein bereits etwas „ausgedientes“ und mit Gelenkproblemen behaftetes Reitpferd, bei uns unterstellen durfte. Es sollte sich für den Schlachter bei uns auf der Kälberweide etwas anfressen. |
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Schatz: Und was geschah?
B. Hauschild: Das Pferd kam zu uns, und unser Sohn hat es nach vierzehn Tagen begonnen zu reiten und die beiden sind die dicksten Freunde geworden. „Lord“ ist inzwischen weit über 20 Jahre alt und es geht ihm immer noch ausgezeichnet. Unser Sohn reitet ihn zwar nicht mehr, weil er etwas zu schwer für „Lord“ geworden ist, aber eine junge Frau beschäftigt sich regelmäßig mit ihm. Das gefällt ihm sehr, denn zum alten Eisen will er offensichtlich immer noch nicht gehören.
Schatz: Der Anfang war gemacht?
I. Hauschild: Kann man so sagen. Es musste für „Lord“ natürlich ein Kamerad her, ein Isländer vom Nachbarn, den Klaas-Hendrik vorher schon geritten ist. Kurze Zeit später, fragte eine Klassenkameradin unseres Sohnes an, ob sie nicht auch ihr Pferd bei uns einstellen könnte. Damit waren es schon drei Pferde. Dabei sollte es nicht bleiben und im Jahr 2005 hatten wir dann schon nur noch Pferde. Viele Rassen durcheinander, die hier in festen Herdenverbänden leben. Vom Mecklenburger Kaltblut bis zum Islandpony kommen alle miteinander gut aus.
Schatz: Platz ist genug ist vorhanden? |
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B. Hauschild: Daran fehlt es zum Glück nicht. Wir haben 50 ha Land, wovon das Meiste Grünland, also Weide für die Pferde ist. Auf dem Rest von etwa fünfunddreissig Prozent, bauen wir Getreide an.
Vierunddreißig Boxen insgesamt, halten wir für unsere Einsteller bereit und weil wir Käfighaltung nicht mögen, sind unsere Boxen unvergittert. Schließlich sollen die Pferde sich ihre Fellpflege bzw. sozialen Kontakte auch zur Nacht, gönnen dürfen.
Fünfzehn Offenstallplätze in zwei Herden stehen heute zur Verfügung. Dazu ein Spint und ein Sattelhalter pro Pferd. Den Offenstallern steht eine Abschwitz- bzw. Krankenbox zur Verfügung. Unser Rietverein betreibt hier auf dem Hof einen Reitplatz, Trailplatz und ein Roundpen.
I. Hauschild: Für uns sind die Pferde mehr gleichberechtigte Partner denn Sportgeräte und unsere Einsteller sind der gleichen Ansicht wie wir und haben wohl auch deshalb zu uns gefunden. |
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Schatz: Das sortiert sich selbst.
I. Hauschild: Ja, dabei freuen wir uns, wenn wir Pferdefreunden Möglichkeiten anbieten können, die sie woanders offensichtlich nicht gefunden haben. Wie beispielsweise Sebastian Cramer, der sich zum Reitpädagogen ausbilden lässt. Er arbeitet mit Pferd und Hund zum Wohl verhaltensauffälliger Kinder.
Oder Natascha Daunus, EWU-Trainerin die hier auf dem Hof, hauptberuflich und auch mobil, Reilehrerin ist. Dazu betreibt sie hier noch ein kleines Reitsportgeschäft. Nicht zu vergessen, Stefanie Böttcher, die mit ihrem Norweger Otis, eine eindrucksvolle Freiheitsdressur vorzeigen kann. Auch sie hat sich hier so recht entfalten können und ist vielen eine große Hilfe im Umgang mit ihrem Pferd.
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B. Hauschild: Es ging sehr schnell, dass sich eine Gruppe auf dem Hof gefunden hatte, die dann vor neun Jahren den Verein „RV-Freizeit zu Pferd“ gründete. Verschiedene Aktivitäten konnten nun besser auf den Weg gebracht werden. Inzwischen ist der Verein auf 120 Mitglieder angewachsen. Im vorigen Jahr konnten wir auf der 100 Jahrfeier der „Stader-Altländer Reitvereine“ ausgiebig zeigen, was sich bei uns inzwischen getan hat und das Publikum war, denken wir, doch beeindruckt über unsere Vielfalt. |
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Schatz: Wie reagieren denn die Pferde auf die Straußenvögel?
B. Hauschild: Neue Pferde sind zuerst erschrocken und leicht irritiert über die fremdartigen Zeitgenossen hinter dem Zaun. Nun ist das Gehege der Straußen sehr groß und das Gras schaffen die Vögel allein nicht weg. Deshalb lassen wir die Pferde auch gelegentlich bei den Vögeln grasen. Aus der Entfernung kennen sie sich ja schon und wenn sie dafür das leckere Gras futtern dürfen, ist der komische Nachbar auch kein Problem mehr. Die Straußen haben mit den Pferden sowieso kein Problem, die sind nur neugierig und sonst offen für alles.
Schatz: Womit werden sie gefüttert?
I. Hauschild: Die Straußen sind wie die Pferde Herdentiere, Fluchttiere und Steppentiere und unterscheiden sich auch in der Fütterung kaum. Die Straußen mögen die Kräuterwiese-Schatzprodukte ausgesprochen gern. Man muß wissen, es gibt gerade bei den Straußen vom Züchterverband strenge Auflagen, ein „naturbelassenes“ Futter betreffend. Schon deshalb, sind die Kräuterwiese-Schatzprodukte bei uns immer im Einsatz.
B. Hauschild: Auch unsere Pferde und der größte Teil der Pferde unserer Einsteller werden damit versorgt. Schliesslich freut es jeden, wenn der sichtlich gute Zustand seines Pferdes von Besuchern bemerkt und gelobt wird.
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Hof Hauschild Pferdepension & Straußenhof
Lüsthoop 14 • 21698 Bargstedt-Ohrensen
www.hof-hauschild.de |
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